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Kurzgeschichte
Teneriffa – absolut eine Reise wert PDF Drucken E-Mail
19. June 2007

Manchmal wird uns die Schönheit einer Landschaft, die Liebenswürdigkeit der Bewohner und das Angenehme eines Klimas erst wieder bewusst wenn man sie Fremden zeigt, die dann meist mit staunenden Augen die Üppigkeit der Vegetation in sich aufnehmend und die Urgewalt der Erde in der steinernen Wüste des Teides begreifen. Natürlich versucht man Ausflüge und Tagesrouten nach den Vorlieben und Wünschen unserer Gäste zusammenzustellen, denn  Vorträge über die Guanchen und die detailgetreue Schilderung der Eroberung der Insel durch Alonso Fernández de Lugo können einen Gast der sich nur für die Bierpreise in der nächsten Kneipe interessiert schnell langweilen. Die Aufgabe eines guten Gastgebers besteht also vorerst einmal darin, die Vorlieben und Interessen des Besuchers auszuloten, einzuschätzen und danach ein Programm für unvergessliche Tage auf Teneriffa zu gestalten.

 
Wirklich wichtig PDF Drucken E-Mail
24. May 2007

In der letzten Woche des Juni gibt Barbara Streisand ein Konzert in Wien, der Preis für zwei Eintrittskarten in den ersten zehn Reihen beläuft sich auf die Kleinigkeit von 2.600,-- Euro. Die chinesische Terrakotta Armee ist im Künstlerhaus zu sehen, in der Volksoper ist ein grandioser Karl Heinz Hackl als Albin in „La cage aux folles“ dem Käfig voller Narren zu sehen, das Haus von Doña Pilar in La Laguna wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und zwei Freundinnen aus Wien sind bei mir zu Besuch in Teneriffa.

 
Aber glauben ….. PDF Drucken E-Mail
1. May 2007

Meine Großmutter konnte Coco Chanel und Wallis Simpson, die Herzogin von Windsor, nicht leiden. Nein, nicht dass Sie glauben mein Elternhaus hätte Kontakte zum englischen Königshaus gehabt, aber wann immer Bilder jener klapperdürren Gattin des abgedankten Königs von England oder die berühmte Modemacherin in der Zeitung abgedruckt waren, bildeten sich tiefe Falten in dem sonst so glatten, rundlichen Gesicht meiner Großmutter und der Kommentar „dürre Hennen“ folgte unausbleiblich. Damals, ich war ja noch ein Kind, fragte ich sie nicht nach der Ursache ihrer Aversion und heute kann ich nicht mehr fragen, da sie leider schon lange verstorben ist, aber vielleicht war sie heimlich verliebt in den meist schwermütig wirkenden Herzog, oder fehlte jener bodenständigen Frau ganz einfach nur jegliches Gefühl für Eleganz.

 
Aber glauben ….. PDF Drucken E-Mail
17. April 2007

Heute ist Freitag der 13. aber auch nur ein Tag wie jeder andere und ich bin ja nicht abergläubisch. Zwar werde ich den Weg zur Bank um die Überweisung für mein Heimwehpackerl auf den Montag verschieben, weil ja schließlich und endlich der Börsencrash von 1927 in den USA auch an einem Freitag den 13. war und meine 150,-- Euro doch wohlbehalten in Wien ankommen sollen. Die Statistik beweist, dass am Freitag den 13. nicht mehr Unfälle oder Unglücksfälle als an anderen Tagen im Jahr passieren, aber auch im christlichen Glauben war es doch der 13. Jünger welcher der Verräter war und vor allem, bei Dornröschen war es ja auch die 13. Fee welche die Prinzessin verzauberte.

 
Ostern PDF Drucken E-Mail
3. April 2007

„Sag mir“ fragte ich meinen Großvater „wer zündet die Sternlein an?“ „Wer putzt ihnen die Nasen?“ Mein Großvater nahm mich auf den Schoß und erzählte mir die Geschichte vom alten Mann, der sich Abend für Abend auf die beschwerliche Reise machte, den Regenbogen hinaufstieg um am Himmel die abertausenden Sterne anzuzünden. Da habe er auch ein großes Taschentuch dabei um die Näschen zu putzen. Und dann las er mir die Geschichte Antoine de Saint-Exupéry´s vom kleinen Prinzen vor, der auf einem Stern wohnte und in großer Sorge um seine Blume war.

 
Wie heißt Du denn? PDF Drucken E-Mail
20. March 2007

Mit wie viel Liebe werden doch Namen für ein Neugeborenes ausgesucht. Wohlklingend soll er sein, an Helden der Jetztzeit oder Vergangenheit soll er erinnern oder schlichtweg  an die Tradition der Familie anknüpfen. So ist so manches schmächtige Bürschchen zu dem, einem Heldenepos entnommenen Namen Siegfried oder Giselher gekommen, oder Krimhilde wenn sich das Baby unerwarteter Weise als Mädchen herausgestellt hat. Meist dem Trend der Zeit entsprechend, haben während noch gar nicht so lang vergangener Zeit, in welcher die werdenden Mütter Simmel oder Konsalik gelesen haben, unzählige Mädchen mit dem Namen Chantal, Jasmin, getragen, auch wenn sie mit dem Nachnamen Woprschalek hießen.

 
Sag beim Abschied, leise Servus PDF Drucken E-Mail
6. March 2007

Nicht mehr so oft wie früher, aber doch hin und wieder kaufe ich mir jene österreichische Illustrierte die mich mit Klatsch und Tratsch der Wiener Prominenz versorgt und jene besorgniserregenden Nachrichten über das Sterben der Wiener Kaffeehauskultur so ausführlich beschreibt. Zwar interessiert mich der auf der Titelseite angekündigte Bericht über den gesundheitlichen Zustand unseres Ex-Bawag-Bosses Helmut Elsner weniger, aber der Hinweis auf Geschichterln vom Wiener Opernball lässt mich in die Tasche greifen um das Blattl zu erwerben. Man gönnt sich ja sonst nichts.

 
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Freitag, 03. September 2010